Stadtverkehr erhält gute Noten von Bürgern

02.08.2017

Die Häfler sind mit ihrem Stadtverkehr zufrieden. Das zeigt eine von der Stadtverkehrs-Gesellschaft in Auftrag gegebene Studie. 5.000 Friedrichshafener Bürgerinnen und Bürger konnten sich im Oktober letzten Jahres äußern. Erste Wünsche und Anregungen aus dieser Studie wurden bereits umgesetzt – weitere Verbesserungen sind in Planung.

„Das Stadtbus-Verkehrsangebot in Friedrichshafen wird – auch im Vergleich zu Städten wie Ravensburg oder Lindau – eindeutig positiv bewertet: 73% der Befragten bezeichnen das Angebot als sehr gut, gut oder eher gut“, erklärt Thomas Kahn, beim unabhängigen Beratungsunternehmen PB-Consult für die Stadtverkehrs-Studie verantwortlich.

Besonders gut schnitten in der Studie die Silberpfeil-Busse ab: 84% der Befragten sind mit dem Fahrzeugkomfort sehr zufrieden bzw. zufrieden. 81% loben die Sauberkeit der Busse und 76% die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. „Das freut uns, dafür haben wir allerdings auch viel investiert. Immerhin besitzt der Stadtverkehr eine sehr junge Fahrzeugflotte – das Durchschnittsalter der Busse beträgt gerade mal knapp zwei Jahre“, erklärt Stadtverkehr-Geschäftsführer Norbert Schültke. Auch die Sitzplatzverfügbarkeit in den Bussen (75%), die Fahrtdauer (73%), die Freundlichkeit der Fahrer (72%) und das Liniennetz (71%) bewerten die Fahrgäste überwiegend positiv.

Verbesserungspotential sehen die Bürger aber auch: Eine höhere Taktfrequenz abends und nachts, mehr Kommunikation bei Störungen oder Verspätungen und bessere Informationen an den Haltestellen wünschen sich einige der Befragten. Auch direktere Verbindungen zwischen Randbereichen sowie günstigere Fahrpreise werden öfter genannt.

Die Zufriedenheit der Fahrgäste ist im Innenstadtbereich aufgrund der vielen Linien und Haltestellen höher als in den Randgebieten wie Raderach und Berg. Schültke sieht hier speziell noch Kommunikationsbedarf: „Wir haben gelernt, dass wir die Bürgerinnen und Bürger von Berg und Raderach stärker über unser Angebot informieren müssen – immerhin haben beide Stadtteile pro Stunde zwei Verbindungen direkt in die Innenstadt.“ Daneben prüfe man aber auch, ob beim Angebot noch zusätzliche Verbesserungen möglich sind.

„Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Kunden mehr Services und Verbesserungen zu bieten. Deswegen sind uns die Meinungen und Bedürfnisse, aber auch die konstruktive Kritik unserer Fahrgäste sehr wichtig. Diverse Maßnahmen, die von ihnen gewünscht worden sind, haben wir bereits umgesetzt, andere sind in Planung“, so der Stadtverkehrs-Chef. Ende letzten Jahres hat der Stadtverkehr seine Website komplett überarbeitet, sodass sie auch mit mobilen Endgeräten optimal genutzt werden kann. Und seit Februar kann in allen Stadtverkehrs-Bussen kostenloses WLAN genutzt werden. Die nächsten großen Verbesserungen für die Kunden sind auch schon Planung: „Wir arbeiten momentan an dynamischen Informationssystemen. Dazu werden wir unsere Busse im Innenraum mit Bildschirmen und wichtige Haltestellen in der Friedrichshafener Innenstadt mit digitalen Anzeigetafeln ausrüsten“, berichtet Schültke. Allerdings müssten die Maßnahmen auch finanzierbar sein: „Kürzere Taktzeiten, direkte Verbindungen der Stadtteile und Fahrten bis in die Morgenstunden sind nachvollziehbare Wünsche, aber wir müssen auch darauf achten, den von der Politik vorgegebenen Defizit-Rahmen einzuhalten“, macht der Geschäftsführer deutlich .

Der Stadtverkehr bedient mit 18 Tages- und 6 Abendlinien über 240 Haltestellen in Friedrichshafen, Markdorf und Oberteuringen. 2016 nutzen 3,9 Mio. Fahrgäste die Silberpfeile. Mit einem jährlichen Defizit von knapp 1,7 Mio. Euro und einem Kostendeckungsgrad von fast 75 Prozent ist der Stadtverkehr Friedrichshafen in bundesweitem Vergleich gut aufgestellt (Stand 2016).

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Im Oktober letzten Jahres befragte die Stadtverkehrs-Gesellschaft die Bürger von Friedrichshafen nach ihrer Meinung. Dafür erhalten 5.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger einen Fragebogen zugeschickt – unabhängig ob bereits Stadtbus-Nutzer oder nicht. Davon wurden 1.125 zurückgesendet und in der Studie verarbeitet. Gefragt wurde nach der Zufriedenheit mit dem Stadtverkehr allgemein und im Speziellen, z.B. Haltestellendichte, Taktfrequenz und Fahrzeiten. Ziel war es, mehr Informationen über die Wünsche der Bürger zu erhalten und so den Stadtverkehr weiter zu verbessern.

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